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Ein Oldtimer zurück in der Heimat.

Die Sursee-Triengen-Bahn (ST) betreibt auf ihrer gut neu Kilometer langen Strecke im Surental einen Nostalgiezug mit zwei Dampflokomotiven, einer Diesellok und einer Anzahl historischer Personenwagen.

..fertig verpackt.

...der ist B 2 aufgeladen und los geht's..

..kunstvoll und sicher verpackt...

..der Spezial-Transport...

...jetzt ist es nicht mehr weit bis zum Standplatz...

Die meisten Fahrzeuge kamen als bereits damals betagte Occasionen Mitte der 1960er-Jahre zur ST, um das noch ältere Rollmaterial aus der Eröffnungszeit komplett zu ersetzten. Als Besonderheit ist dieses Ensemlbe nach wie vor integral erhalten und an einem Ort vereinigt - mit einer Ausnahme. Einen der früheren Drittklasswagen, den B 2, zog es in den 90er Jahren in die Nachbarschaft zur Historischen Seetalbahn (HSTB). Im Depot Hochdorf fand er den Anschluss aber nie richtig, musste meistens draussen im Regen stehen und sollte jetzt wegen Baufälligkeit abgebrochen werden. Das wäre doch zu Schade, meinen Marjan Klatt und seine Kollegen von der Betriebsgruppe Dampf der ST. Klatt ist Wagenschef der Gruppe und erklärt das besondere Interesse so: "Als Eigentheit hat der B 2 einen von aussen beheizbaren Kohle-Ofen, ausserdem ist es der einzige Zweiachser neben den sonst dreiachsigen Wagen des "roten Zuges", wie wir die Original-Dampfkomposition nennen". Und eben - er gehört einfach zum Fahrzeugensemble der ST. Nun holt die Gruppe den verlorenen Sohn in einer aufwändigen Aktion in die Heimat zurück. Aus sicherheitstechnischen Gründen ist eine Überfuhr auf Schienen nicht mehr möglich. Zum Einsatz kommt deshalb ein Strassen-Spezialtransport der Emil Egger AG, wofür der Oldtimer in rund zwei Dutzend Arbeitsstunden reisefertig gemacht wird. So haben die ehrenamtlichen arbeitenden Eisenbahner-Profis und Laien aller Generationen - unter anderem Lüftungshutzen und die Notbremsleitung auf dem Dach zu entfernen und den hölzernen Wagenkosten mit Blachen abzudecken. "Damit ist aber erst der Anfang gemacht", dämpft Klatt sogleich die Erwartungen. "Bevor der 1912 für die Mittel-Thurgau-Bahn gebaute Wagen wieder hinter der Dampflok die grossen und kleinen Fahrgäste im Surentaler Nostalgiezug erfreut, muss er eine vollständige Revision durchlaufen". "Dazu fehlen uns im Moment leider Zeit und Geld, denn die Pflege der anderen Fahrzeuge ist jetzt wichtiger". Wengistens aber hat der B 2 vorerst wieder eine Perspektive, statt nach 106 Jahren im Altholz und im Hochofen zu enden.

Sursee-Triengen Bahn Historic (ST-Historic)
Die Sursee-Triengen-Bahn hat als Bahnverwaltung eine Leistungsvereinbarung mit der Eidgenossenschaft. Mit den finanziellen Mittel von der öffentlichen Hand sowie aus den Trasseneinnahmen des Güterverkehrs und den Mietgebühren für Fahrzeugabstellungen darf der Nostalgiebetrieb nicht quersubventioniert werden. Dank der ehrenamtlichen Arbeit der Betriebsgruppe Dampf für den Unterhalt und Betrieb, fallen immerhin keine Lohnkosten an. Aber für grössere Revisionen an den Bahn-Oldtimern ist Aufwand hoch. Für die Deckung dieses Finanzbedarfs durch Spenden und Zuwendungen sorgt der Verein ST-Historic unter der Leitung des früheren Verwaltungsratspräsident der ST Urs. Muther. Die nächste grosse Herausforderung ist die Revision der Dampflok E3/3 8522, die mit rund 250'000.00 Franken veranschlagt ist.

Text von Jürg Hauswirth